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Porto 2015

Fast zwei Jahre lagen meine Bilder von Porto nun unangetastet auf der Festplatte herum. Jetzt konnte ich mich endlich dazu durchringen, sie durchzugehen und einige von ihnen zu entwickeln. Ich weiß nicht, ob es nur daran lag, dass ich nicht nur gute Erinnerungen an diesen Trip habe. Denn die Stadt, die als Namensgeberin des Landes Portugal zwar nicht seine Hauptstadt, aber wohl zumindest ein bedeutendes Stück portugiesischer Kultur ist, hat nicht nur schöne Seiten.

Das bemerkten wir ziemlich schnell, denn unser AirBnB-Gastgeber beherrbergte uns in seiner familiären Wohnung, wo er gemeinsam mit seiner Frau und seinen drei Söhnen ein kleines Zimmer voller Stockbetten zugunsten der Vermietung an Touristen bezog. Er ließ auch kaum eine Gelegenheit aus, um Verkaufsgespräche mit seinen Gästen zu führen. Geführte Touren, Weinhandel, Host mehrerer AirBnB-Wohnungen – das alles wurde zwangsläufig zum neuen Broterwerb durch den krisenbedingten Verlust seines alten Jobs. Porto ist, wie auch der Rest des Landes, teilweise deutlich gezeichnet von der seit etlichen Jahren andauernden Wirtschaftskrise.

Dabei ist es wunderschön. Und zwar auf eine Art und Weise, die dem sprichwörtlich melancholischen Naturell der Portugiesen äußerst gerecht wird. Viele der wunderschönen Altbauten der Stadt befinden sich in einem derart heruntergekommenen Zustand, dass sie seit Jahren nicht mehr bewohnbar sind. Die einstigen Bewohner flohen oft vor hohen Mieten an den Stadtrand. Das verleiht Porto mitunter einen traurig-schönen Endzeitcharme.

Gleichzeitig sind jedoch auch das Wetter und die portugiesische Küche unerwartet durchwachsen. Bewölkte und regnerische Tage sind für mediterrane Verhältnisse nicht selten und das offiziell portotypischste Gerichte – Francesinha (kleine Französin) – ist etwas gewöhnungsbedürftig und entspricht so gar nicht der Vorstellung von mediterraner Küche.

Doch an einem mangelt es Porto ganz sicher nicht: wunderschöne Ecken und teilweise sogar fantastische Postkartenmotive. Vor allem die historischen Holzboote, die einst beim Portweinhandel zum Einsatz kamen, bilden vor der Kulisse der bunten und antiken Altstadt Portos ein Motiv, das fast schon eine Marke ist. Der Innenraum des alten Bahnhofs gilt als einer der schönsten der Welt und im berühmtesten Café der Stadt wurde angeblich Harry Potter von der englischen Schriftstellerin Joanne K. Rowling erfunden – was die Preise dort auf ein ansonsten vollkommen ortsunübliches, astronomisches Ausmaß ansteigen lässt. Nachts verwandeln sich Portos Straßen in bunte Feiermeilen – zumindest, wenn man nicht die von Hamburg oder gar Berlin gewohnt ist.

Sicher gibt es aber in und um die Stadt noch vieles mehr zu sehen, was wir in vier Tagen leider nicht geschafft haben. Und schließlich muss ich beim Betrachten der Bilder nach so langer Zeit doch feststellen, dass Porto doch eine schöne und interessante Stadt ist und alleine diese Fotos die Reise wert waren.

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Geschützt: Désirée & Sebastian

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2 Zimmer Gefüge – Mixtape Cover

Für die Saarbrücker Rap-Crew 2 Zimmer Gefüge darf’s auch mal etwas derber sein. Schließlich langen die Jungs in ihren Texten auch gerne mal etwas deftiger zu. Mit pointiertem Humor, lyrischer Raffinesse und gediegenem Boom-Bap-Sound sind sie längst zu einer festen Underground-Größe innerhalb der deutschen Rap-Szene avanciert.

Für das erste Mixtape einer geplanten Serie entwickelte ich zwei Entwürfe. Ratet mal, für welchen sie sich entschieden haben…

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Mein neues Lieblingsland: Schweden

Ich wollte immer schonmal nach Schweden. Aus irgendeinem Grund hat mich dieses Land von allen skandinavischen Ländern immer am meisten gereizt. Letztes Jahr im September war es dann endlich soweit, und ein VW-Bus war für zwei Wochen unser fahrendes Zuhause auf einem ersten Erkundungstrip von Trelleborg bis Göteborg. Die Schönheit dieses Landes hat uns teilweise überwältigt. Der Spätsommer erwies sich zudem als ideale Reisezeit, denn allen Vorurteilen über das skandinavisch kalte Wetter zum Trotz hatten wir meist strahlenden Sonnenschein bei über 20 Grad. In Schweden liegen die Ferienmonate für alle Regionen zwischen Juni und August, was dazu führte, dass wir in Tylösand, einem der beliebtesten Badeorte Schwedens, einen fast menschenleeren Strand vorfanden.

Aber von vorne: Nach der Fährüberfahrt von Rostock in Trelleborg angekommen, wunderten wir uns zunächst einmal über die Palmen, die überall in der kleinen Stadt herumstehen. Abgesehen davon hat Trelleborg aber nicht viel Interessantes zu bieten, deshalb fuhren wir schnell weiter in Richtung Malmö. Auf unserer Route entlang der Küste gab es bereits die ersten Eindrücke von Schwedens typischer Schönheit. Malmö, die drittgrößte Stadt Schwedens und eines der wichtigesten Handelszentren, bietet einen für Schweden typischen Mix aus moderner und barocker Architektur. Unsere erste Nacht verbrachten wir auf einem Parkplatz ganz in der Nähe der Öresund-Brücke, die die beiden Städte Kopenhagen und Malmö und damit auch zwei Länder verbindet, und die außerdem Dreh- und Angelpunkt der Krimiserie „die Brücke“ ist. Campen ist in Schweden fast überall erlaubt, denn das sogenannte „Jedermannsrecht“ erklärt Schwedens wundervolle Natur zum Eigentum aller. Dies spiegelt gleichzeitig die große Naturverbundenheit der Schweden als auch die Einstellung zu sozialer Gleichheit wieder.

Auch Helsingborg ist eine schöne Stadt, die ähnlich wie Malmö sehr aufgeräumt, sauber und frei von sozialen Misständen wirkt. Tatsächlich zählte Schweden lange Zeit zu den Ländern mit dem geringsten Sozialgefälle, was sich jedoch leider mehr und mehr ändert. Ein klares Highlight war auf unserer Reise war das bereits erwähnte Tylösand. In den Sommermonaten verbringen hier viele Schweden ihren Urlaub, beispielsweise in den typischen Holzhäusern nahe des Strandes. Wir hatten das Glück, den wunderschönen Strand fast für uns allein zu haben und einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen zu dürfen. Auch der weitere Weg richtung Göteborg hielt einige Highlights bereit, wie etwa Schloss Tjolöholm, das der Arts & Crafts Bewegung zugerechnet wird und wunderschön auf einer Halbinsel von einem in Schweden beispielosen englischen Part umgeben ist. Göteborg, die zweitgrößte Stadt Schwedens, war dann fürs Erste die nördlichste Station unseres Trips. Die Stadt besitzt ein Kanalsystem, das von den Holländern gebaut wurde, viele schöne Altbauten und eine lebhafte Gastronomie- und Party-Szene. Außerdem gehören die Schären-Inseln, die es Schweden an vielen Stellen vor der Küste gibt, zum Stadtgebiet Göteborgs und man kann sie ganztägig mit kostenlosen Fähren erreichen. Die Art und Weise, wie frei die Schweden dort, wie auch am Vänernsee oder an vielen anderen Orten im Land, leben und wohnen, hat uns beeindruckt. Denn anders als in Deutschland, wo meist klar strukturierte Siedlungen entstehen, scheint in Schweden jeder sein Haus dort bauen zu können, wo es ihm gefällt. So stehen viele Häuser verstreut in der Natur an teils außergewöhnlichen Plätzen.

Auf unserer Reise bekam meine Freundin die Nachricht, dass sie für ein Auslandssemester am Karolinska Institut in Stockholm angenommen wurde, was bedeutete, dass wir eine Zukunft in Schweden haben würden. Inzwischen war ich viermal in Stockholm, um sie zu besuchen, denn Flüge von Hamburg sind teils billiger als ein Zugticket nach Berlin. Die schwedische Hauptstadt besticht vor allem durch den allgegenwärtigen schwedischen Stil, der von den schicken Cafés, Geschäften und Bars bis hin zur Garderobe ihrer Einwohner alles bestimmt. Interessant und unverwechselbar ist die Stockholmer U-Bahn, die Tunnelbana, die wegen der vielen Kunstwerke in den Bahnhöfen zu den größten Galerien der Welt gezählt wird. Bei einem meiner Besuche reisten wir weiter nach Kiruna, der nördlichsten Stadt Schwedens, um die Nordlichter und die winterliche Landschaft in Schwedisch-Lappland zu bestaunen. Insgesamt ist die Vielseitigkeit Schwedens wirklich beeindruckend, und gerade die Natur hat mich fasziniert. Schweden ist ein klasse Reiseziel und besonders mit einem Bulli oder Wohnmobil super zu entdecken. Wir kommen auf jeden Fall gerne wieder!

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NOOK NAME of the week!

Eher zufällig wurde ich jüngst durch einen Artikel über Anfragen zu kostenloser Arbeit an Freelancer auf das Netzwerk NOOK NAMES aufmerksam. Darunter waren einige weitere Artikel verlinkt, unter anderem einer über die derzeitige Situation von Freelancern sowie der Arbeitsmarktsituation in der Kreativbranche allgemein. Es gibt ja mittlerweile unzählige Blogs, Netzwerke und Plattformen, die sich mehr oder weniger seriös mit der Kreativbranche und einer selbstständigen Tätigkeit darin auseinandersetzen. NOOK NAMES und der dazugehörige Blog jedoch fielen mir positiv auf durch gute Recherche, sinnvolle und fundierte Aussagen und dem Angebot, Teil eines Netzwerks zu werden, das nicht nur Kasse machen will mit Vermittlung oder gar Verramschung von kreativen Dienstleistungen. Bei NOOK NAMES ist man Teil eines Netzwerks von Profis, die selbst in der Kreativbranche tätig sind und diese daher kennen wie ihre Westentasche. Daher gibt es neben der Vermittlung von Aufträgen auch Netzwerkevents und einen gewissen Qualitätsanspruch an das Netzwerk selbst.

Bei meiner Aufnahme bekam ich nicht nur den Zugang zu diesem erlesenen Kreis, sondern gleich einen eigenen Aritkel mit Interview als „NOOK NAME der Woche“. Wow! Vielen Dank NOOK NAMES und auf gute Zusammenarbeit.

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Leipzig & Plauen

Vor einigen Wochen war ich durch die Familie meiner Freundin in Leipzig und Plauen. Einige Verwandte, darunter ihre Großtante, die ihren Geburtstag dort feierte, leben in Plauen und so kam ich zum ersten mal dort hin. Ich war zuvor noch nie in dieser Stadt und hatte noch nichtmal was von ihr gehört. „Kein Wunder“ wird sich mancher denken, denn die heute ca. 60.000 Einwohner verteilen sich großflächig in einer teilweise ziemlich leblosen Stadt. Dennoch hat sie Potential, wie man an den vielen oft unbewohnten Altbauten erkennen kann. Sie lassen erahnen, dass hier mal mehr los war, und tatsächlich: Plauen war mal groß! Unfassbar, aber vor mehr als hundert Jahren lebten hier mal etwa 130.000 Menschen und Plauen gehörte ab 1904 zu den damals noch wenigen Großstädten in Deutschland. Und nicht nur das. Bereits im Jahre 1893 wurde vertraglich geregelt, dass hier eine der ersten elektrischen Straßenbahnen, die Plauener Tram, gebaut wurde. Sie fährt heute noch und ist eines der Wahrzeichen der Stadt.

Darüber hinaus gibt es jedoch in Plauen leider relativ wenig zu entdecken, und so machten wir uns auf in das wesentlich lebhaftere Leipzig. Ich war zum ersten Mal in der Stadt, die manchen als das neue Berlin gilt. Zugegeben, dazu fehlen noch ein paar Einwohner und die Hektik auf den Straßen ist auf ein weit erträglicheres Maß beschränkt. Aber an günstigen Altbauten, einer lebhaften Subkultur und vielen coolen Lokalitäten mangelt es der Stadt wirklich nicht. In Leipzig kann man überall lecker essen, im Sommer im wunderschönen Klara-Zetkin-Park abhängen und in der Distillery, einem der ältesten und renommiertesten Techno-Clubs Deutschlands, die Nacht zum Tag machen. Darüber hinaus bietet Leipzig jede Menge Kultur und Architektur. Ich mag die Stadt und werde gerne wiederkommen.

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Winter 2015

Ja, ich weiß, es passt jetzt grad gar nicht zur Stimmung. Alle freuen sich über die ersten Sonnenstrahlen, Wärme und sind total auf Sommer getrimmt. Trotzdem hab ich noch ein paar Schnappschüsse von letztem Winter im Schrank gefunden, die’s wert sind gezeigt zu werden. Denn der Hamburger Hafen sieht zugefroren echt klasse aus. Und auch die heimatliche Provinz war im weißen Schneekleid und bei strahlendem Sonnenschein recht ansehnlich. Düster wird’s natürlich bei Bildern vom Ohlsdorfer Friedhof, aber wer noch nicht dort war, sollte sich echt mal ’nen Abstecher dahin leisten. Denn er ist nicht nur die mit Abstand größte Grünanlage Hamburgs, sondern der größte Parkfriedhof der Welt. Und sicher auch einer der schönsten.

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Plakatdesign für die Funkfreaks Tour 2015

Die Funkfreaks sind eine Crew aus DJ’s und Produzenten, die sich überwiegend dem 80’s und Elektro-Funk verschrieben haben. Gegründet in den Straßen von Kalifornien hat die Crew mittlerweile weltweit Mitglieder, unter anderem in Hamburg und Saarbrücken.

Die Tour der Jungs macht 2015 in vielen Städten in ganz Europa halt. Für den Hamburger Gig hatte ich aber die Ehre, das Plakat entwerfen zu dürfen. Auch mal nett, mit der eigenen Arbeit die halbe Stadt tapeziert zu sehen.

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Wild East – der äußerste Osten Deutschlands

Nachdem wir kürzlich den 25. Jahrestag des Mauerfalls zelebriert haben, passt es vielleicht ganz gut, heute mal etwas tiefer in den Osten Deutschlands vorzudringen.

Ein eher unerfreulicher Anlass brachte mich kürzlich dazu, Weißwasser und Umgebung besichtigen zu können. Es war die Beerdigung des Großvaters meiner Freundin, der hier lebte, wie auch einige andere Verwandte von ihr immernoch. Bereits der Weg nach Weißwasser war etwas abenteuerlich, denn die Stadt liegt nicht direkt an einer Autobahn, und so mussten wir ein gutes Stück über Land fahren und kamen dabei durch einige Dörfer, die teilweise sehr verlassen aussahen und deren Namen jeweils sowohl in Deutsch als auch in Sorbisch auf dem Ortsschild zu lesen war. Die Sorben sind ein westslawisches Volk, das in Deutschland als nationale Minderheit anerkannt ist. Sie haben neben einer eigenen Sprache und Kultur auch eine offizielle Flagge und Hymne und sind nur in der Ober- und Niederlausitz in Sachsen und Brandenburg anzutreffen. An manchen Orten sah es aus wie in einer Geisterstadt. Und auch Weißwasser selbst ist längst nicht mehr das, was es einmal war. Von der einstigen Industriestadt mit annähernd 40.000 Einwohnern sind nur noch etwa 17.000 verblieben. Die breiten Straßen, von Plattenbauten gesäumt, sind menschenleer. Ganze Wohnviertel, in denen damals auch Verwandte meiner Freundin wohnten, sind heute verschwunden. Straßen führen hier jetzt vorbei an Wiesen und Gestrüpp ins nichts. An einer Ecke steht ein Gebäude, das die einzige lokale Radiostation beherbergt. Der Slogan „Mittendrin und ganz dicht dran“, der auf dem Schild über dem Eingang steht, klingt in dieser Umgebung fast wie Hohn. Der Tagebau und das Kraftwerk Boxberg sind auch heute noch aktiv und verstärken den schroffen und industriellen Eindruck, den die Stadt mit ihrer baulichen Weite hinterlässt. Erstaunlich viel war nur auf einem Spiel der Lausitzer Füchse los, dem Eishockey-Team aus Weißwasser, das aktuell in der 2. Bundesliga spielt. Ein anderes lokales Highlight ist der sogenannte „Polenmarkt“, direkt hinter der deutsch-polnischen Grenze, auf dem alles Mögliche angeboten wird, von überraschend günstiger Markenkleidung bis hin zu Dingen, wegen denen auf der deutschen Seite der Grenze gerne mal das ein oder andere Polizeiauto wartet.

Für mich war es wirklich interessant zu sehen was für Ecken es in Deutschland eigentlich so gibt, von denen man gerade als Westdeutscher kaum etwas mitbekommt. Von Weißwasser aus machten wir uns dann auf den Rückweg und passierten dabei einige sehr ansehnliche Fleckchen, wie z.B. die Barockstadt Bautzen oder das wirkliche beeindruckende Elbsandsteingebirge (den „German Grand Canyon“), das vor allem amerikanische und asiatische Touristen zu faszinieren scheint. Ein Blick in den Osten Deutschlands lohnt also nicht nur, wenn man historisch und gesellschaftlich etwas lernen möchte, es gibt auch viel Schönes zu sehen.

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